WPU I: Wirtschaftslehre

Wirtschaftslehre ist eines von vier Wahlpflichtfächern, aus denen unsere Schüler/Innen im 7. Jahrgang ihren Schwerpunkt wählen können. Mit vier Unterrichtsstunden (à 45 min) in der Woche zählen alle Wahlpflicht-fächer zu den Hauptfächern. Wer anstrebt, nach dem 10.Jahrgang in eine Oberstufe zu wechseln, muss das gewählte Fach vier Jahre durchgängig besucht haben.

Welche grundsätzlichen Ziele wollen wir in WSL erreichen?

Das Wahlpflichtfach Wirtschaftslehre bereitet unsere Schüler/innen auf

  • die Berufswelt,
  • die Arbeitswelt und
  • die Lebenswelt

Inhalte und Themen im Wirtschaftslehreunterricht:

Nach den Vorgaben des Lehrplans wählen wir die inhaltlichen Schwerpunkte möglichst so aus, dass die Schüler/Innen einen direkten Bezug zu ihrer momentanen Lebenswelt herstellen können.

Sie sollen zu kritischen Konsumenten erzogen werden, die sich in dem immer größer werdenden Angebot an Waren und Dienstleistungen zurechtfinden und hier überlegte Entscheidungen treffen sollen. Ganz konkret kann das z.B. bedeuten, zwischen verschiedenen Handyverträgen zu wählen, die Vertragsbedingungen richtig zu verstehen und auch das Kleingedruckte zu lesen. Gleichzeitig erfahren sie, wie und wann ein Kaufvertrag zustande kommt, ab wann man überhaupt geschäftsfähig ist und welche Rechte man als Verbraucher/In bei Reklamationen und beim Warenumtausch hat. Die Schüler/Innen setzen sich außerdem mit den Mechanismen der Werbung auseinander und wenden diese selbst beim Entwerfen eigener Werbung an.

Im Bereich Verbraucherschutz lernen die Schüler/Innen Möglichkeiten kennen, wie und wo man sich als Verbraucher/In informieren und beraten lassen kann, z.B. bei den Verbraucherzentralen oder durch entsprechende Fachzeitschriften wie „Stiftung Warentest“. Gleichzeitig erkennen sie auch Kriterien für derartige Produktprüfungen, schauen hinter die Kulissen und erfahren durch eigene Tests an Produkten, wie vielschichtig diese sein müssen und wie bestimmte Prüfverfahren funktionieren. Ein immer wichtiger werdender Punkt ist außerdem der verantwor-tungsvolle Umgang mit Geld, heute noch das Taschengeld, später dann das erste eigene Einkommen. Das Thema „Schuldenprävention“ nimmt in Anbetracht einer steigenden Verschuldung besonders bei jungen Menschen einen wichtigen Stellenwert ein.

Ein weiterer Schwerpunkt ist das Thema Geld und Banken. Ausgehend von der Entwicklung des Geldes erfahren die Schüler/Innen etwas über die vielseitigen Aufgaben einer Bank und lernen nebenbei das Berufsbild des Bankkaufmanns/ der Bankkauffrau kennen. Die Schüler/Innen lernen außerdem den Unterschied zwischen einem Spar- und Girokonto kennen, erfahren die Möglichkeiten des Zahlungsverkehrs und verschiedener Geldanlagen.

Dabei nehmen wir im 9. oder 10.Jahrgang am Börsenspiel teil, in dem die Schüler/Innen unter realistischen Bedingungen (aber ohne Risiko) ausprobieren können, wie man durch Aktien reich werden, das Geld aber auch ganz schnell verlieren könnte.

Natürlich beschäftigen wir uns im Unterricht ebenfalls mit den grundlegenden Wirtschaftstheorien, dem Einfluss der Konsumenten und Produzenten auf die Wirtschaftsprozesse und die Mechanismen der Preisentwicklung auf dem Markt. Unternehmerisches und wirtschaftliches Handeln setzt immer ein gewisses Maß an Theorie voraus. Doch wir versuchen grundsätzlich auch, durch das Planen und Umsetzen eigener Verkaufstätigkeiten die gelernten Inhalte möglichst anschaulich werden zu lassen. Was ist der Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn? Welche Möglichkeiten habe ich als Unternehmer, meinen Gewinn zu steigern? Hier lernen die Schüler/Innen in der Praxis, wie sich ein geplanter Einkauf, eine angemessene Werbung und ein gut kalkulierter Preis auf den wirtschaftlichen Erfolg auswirken.

In den höheren Jahrgängen 9. und 10. bleibt dieser praxisbezogene Anspruch erhalten, hier müssen die Schüler/Innen aber auch noch tiefer in die Theorie einsteigen und sich mit verschiedenen Wirtschaftsmodellen, dem nachhaltigen Wirtschaften und der zunehmenden Globalisierung und ihren Auswirkungen auseinandersetzen, um wirtschaftliche Zusammenhänge erkennen und verstehen zu lernen.

Außerschulische Kooperationspartner:

Unterstützt werden wir in dem Themenschwerpunkt „Geld und Banken“ seit vielen Jahren durch die gelungene Kooperation mit der Raiffeisenbank in Leezen. Es kommen Mitarbeiter/Innen der Bank in die Schule und berichten „aus erster Hand“ über ihr Tätigkeitsfeld und die allgemeinen Aufgaben einer Bank. Darüber hinaus haben wir die Möglichkeit, die Bank auch hinter dem Kundentresen kennenzulernen und einen Blick in die verschiedenen Abteilungen zu werfen. Nach Jahrgängen und Themenschwerpunkten streben wir an, möglichst einmal jährlich diese Kooperation zu nutzen und in den Unterricht einzubinden.

NEU! Kursfahrt im 8.Jahrgang:

Erstmalig erproben wir im Schuljahr 2014/2015 eine mehrtägige Kursfahrt nach Hamburg. Vor Ort werden wir neben Betriebserkundungen und dem Besuch verschiedener Museen und Einrichtungen besonders den Schwerpunkt „Wirtschaft im Hafen“ behandeln. Abendliche kulturelle Höhepunkte, wie z.B. der Besuch eines Musicals, dürfen dabei natürlich auch nicht fehlen.

Welche Bedeutung kann das WPF Wirtschaftslehre auch nach dem Abschluss für die Schüler/Innen haben?

Der Vorteil für die eigene, (nicht nur) wirtschaftlich reflektierte Lebensgestaltung in Alltag und Beruf ergibt sich zwangsläufig.

Wer darüber hinaus bis zum Ende der Schulzeit bei uns festgestellt hat, dass der Bereich Wirtschaft sie oder ihn besonders interessiert, kann das erworbene Grundwissen nutzen und es an einer Oberstufe der Berufsfachschulen in Segeberg oder Norderstedt in der Fachrichtung Wirtschaft vertiefen.

Auch für die Bewerbung in einem Betrieb ist der Nachweis des Wahlpflichtfaches Wirtschaft sicherlich ein positives Argument. Wirtschaftliche Grundkenntnisse sind in fast allen Ausbildungsberufen von Nutzen.