Zwei Standorte

EINE SCHULE MIT ZWEI STANDORTEN – das klingt ungewöhnlich und kommt auch nicht so häufig vor. Wie kam es dazu?

Seit dem Jahr 2004 gab es in den ehemaligen Schulverbänden Nahe und Seth / Sülfeld jeweils getrennte Überlegungen, das Bildungsangebot vor Ort zu verbessern, denn die Realschulen und Gymnasien lagen teilweise über 20 km entfernt. Für eine reine Realschule vor Ort reichten aber die Schülerzahlen nicht aus. Erst gemeinsame Sitzungen aller im Amt vertretenen Schulleitungen, Abstimmungen zwischen beiden Schulverbänden und die neue Schulart Gemeinschaftsschule brachten den Durchbruch: Die Schulleitungen erarbeiteten ein Konzept für die Gemeinschaftsschule an zwei Standorten, um dem Wunsch der Schulträger entsprechend beide Schulstandorte erhalten zu können.

Im August 2007 startete der erste Jahrgang mit insgesamt 94 Schülerinnen und Schülern aus verschiedenen Bildungsgängen unter dem Motto „Länger gemeinsam lernen“. Die Anmeldezahlen von Schülerinnen und Schülern aller Bildungsgänge aus dem Amt Itzstedt und einigen benachbarten Gemeinden zeigen, dass wir mit unserer Schule vor Ort die richtige Entscheidung getroffen haben. Im Übrigen wird die Entscheidung auch durch die Ergebnisse der Vergleichsarbeiten (VERA) in Klasse 6 und 8 als auch durch die Ergebnisse der Abschlüsse zum Ersten Allgemeinbildenden Schulabschluss sowie Mittleren Schulabschluss im landesweiten Vergleich bestätigt.

In Nahe gibt es die Grundschule mit den Klassen 1 – 4 und die Gemeinschaftsschule mit den Klassen 5 – 10. In Sülfeld werden ausschließlich die Jahrgänge 5 – 10 unterrichtet.

Die Schulstandorte sind eng zusammengewachsen, weil die Wahlpflichtfächer Französisch, Gestalten, Technik und Wirtschaftslehre ab Klasse 7 standortübergreifend angeboten werden.

Zwei ehemals eigenständige Schulen mit gemeinsamer Schulleitung zu gemeinsamen Zielen und mit zugleich neuen pädagogischen Ansprüchen zu führen ist eine Aufgabe, die nur gemeinsam zu lösen ist. Dabei kann es zu vielen positiven Erfahrungen, aber auch zu Irrwegen kommen. Damit am Ende die positiven Erfahrungen überwiegen, ist eine gute Zusammenarbeit zwischen Schulleitung, Lehrkräften, schulischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Schülerinnen und Schülern, Eltern, Verwaltungen und vielen weiteren Personen und Institutionen nötig.

Von Seiten der Schulleitung werden wir weiterhin darauf achten, unsere Ressourcen so einzusetzen, dass ein ausgewogener Weg zwischen Fördern und Fordern gefunden wird. Unsere Schule hat sich an der mehrjährigen Fortbildungsreihe, dem „didaktischen Training“ beteiligt. In dieser Fortbildung sind alle Lehrkräfte beteiligt, die Schulentwicklungstage wurden zu Unterthemen dieser Fortbildungsreihe abgehalten.

Aktuell entwickeln wir den Einsatz der digitalen Medien weiter und erarbeiten ein Medienkonzept. Weiter starten wir im Schuljahr 2019/20 mit einem zusätzlichen Schwerpunkt „MINT“, der eine Zusatzstunde in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik für alle interessierten Schülerinnen und Schüler zunächst in den Jahrgängen 5 und 6  bietet.

Gemeinsam länger lernen